Aktuell
Validation hilft Menschen mit Demenz
Einen demenziell erkrankten Menschen zu betreuen, stellt Angehörige, aber auch Mitarbeitende in Pflegeeinrichtungen vor große Herausforderungen. Ein Hauptproblem ist mit Sicherheit die veränderte Kommunikation: Erinnerungen und zeitliche Orientierung geraten durcheinander, Wörter fehlen, renitent geäußerte Willensbekundungen oder immer gleiche Fragen nach Menschen, die bereits verstorben sind, erzeugen Frust und Unzufriedenheit. Dabei gibt es Möglichkeiten, zu kommunizieren – zum Beispiel mit Hilfe der Validation.
Die von der deutsch-amerikanischen Gerontologin Naomi Feil in den 70er Jahren entwickelte Validation ist eine Kommunikations- und Haltungsmethode, bei der es darum geht, die subjektive Realität des Menschen mit Demenz anzuerkennen, seine Gefühle ernst zu nehmen und nicht zu korrigieren. Statt auf Fakten zu bestehen, richtet sich die Aufmerksamkeit auf das emotionale Erleben des Betroffenen.
Was sich so theoretisch anhört, lässt sich gut an einem Beispiel veranschaulichen: „Oft fragen desorientierte Menschen nach ihrer Mutter, schreien oder weinen. Ihnen dann zu sagen, dass die Mutter ja schon lange tot ist, konfrontiert sie mit einer Realität, die nicht ihrer inneren Welt entspricht“, erklärt Dirk Müller vom Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie. Fragt man dagegen, was zum Beispiel besonders schön mit der Mutter gewesen sei, bestätigt, dass es traurig ist, dass sie weg ist, holt man den Menschen in seiner Gefühlswelt ab, nimmt ihn ernst.
Die Technik der Validation zu erlernen, kann für Pflegende oder Angehörige eine große Erleichterung sein. Es gelingt besser, den Menschen zu verstehen und so Frust oder sogar Wut zu vermeiden. Und auch Menschen mit Demenz es eine Menge: Das empathische Verständnis verringert ihre Angst, Aggression oder den inneren Rückzug. Müller: „Durch Validations-Techniken wie das Spiegeln von Emotionen oder eine gezielte Fragetechnik können kommunikative Fähigkeiten erhalten und gefördert werden. Indem wir die Gefühle und Lebensgeschichte des Menschen anerkennen, geben wir ihm ein Stück Würde zurück“.
Der Bereich KPG Bildung ist seit 2020 eine Autorisierte Validationsorganisation nach Naomi Feil (AVO) und berechtigt, zertifizierte Ausbildungen, Seminare und Workshops anzubieten.
Folgende Kurse sind 2027 im Programm:
Schnupperkurs „Das 1x1 der Validation®“: Wie kann ein guter Umgang mit Menschen mit Demenz gelingen? | 4 Stunden
Einsteigerkurs „Zertifizierter Basiskurs Validation® n. Naomi Feil“ | 25 Stunden
Anwenderkurs „Zertifizierter Anwenderkurs Validation® nach Naomi Feil" | 112 Stunden
Infos zur Validation nach Naomi Feil
Weitere Nachrichten
Gesucht wird ein Mitarbeiter (m/w/d) mit den Schwerpunkten Beratung, Netzwerkarbeit und Bildung
Der Medizinethiker Giovanni Maio auf der 21. Fachtagung Palliative Geriatrie am 2. Oktober
Am 14. Oktober lädt die Alzheimer Gesellschaft Berlin e. V. zu einem offenen Forum ein, Gastreferent ist Dirk Müller.
Ratgeber zur Begleitung von Menschen mit Demenz am Lebensende erschienen.
Halbzeit für die Teilnehmerinnen des spannenden Kurses, der im März begonnen hat und Anfang Dezember endet.